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Beziehungen zu Deutschland

21.12.2017 - Artikel

Stand: Dezember 2017

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen sind traditionell freundschaftlich. Bundespräsident Köhler besuchte Madagaskar im April 2006. Nach dem Putsch 2009, der Madagaskar in eine tiefe politische Krise gestürzt und international isoliert hatte, nahm Deutschland 2015 im Anschluss an erfolgreiche demokratische Wahlen die Entwicklungszusammenarbeit wieder auf.

Ende 2016 wurden die ersten formellen Regierungsgespräche zur Entwicklungszusammenarbeit seit 2008 geführt. Deutschland stellte 2016 insgesamt 59,6 Millionen Euro für Madagaskar bereit. Die Schwerpunkte der bilateralen Zusammenarbeit liegen im Umweltbereich, dem Ausbau der Infrastruktur und der Armutsbekämpfung. Des Weiteren werden Projekte von Nichtregierungsorganisationen unterstützt, die sich u.a. mit Katastrophenvorsorge und Ernährungssicherung beschäftigen. Die Humanitäre Hilfe unterstützt das Land über die Durchführungsorganisationen Welternährungsprogramm (WFP) und das VN-Kinderhilfswerk UNICEF mit Millionenbeträgen.

Wirtschaftliche Beziehungen

Die deutschen Importe aus Madagaskar betrugen 2016 218,22 Millionen Euro, die deutschen Exporte nach Madagaskar circa 30,85 Millionen Euro. Nach Deutschland wurden Erzeugnisse der Landwirtschaft, Bekleidung, Nahrungsmittel und Futtermittel sowie Metalle exportiert. Hauptimportgüter aus Deutschland waren Maschinen, chemische Erzeugnisse, Datenverarbeitungsgeräte, Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile.

Madagaskar ist sehr am deutschsprachigen Markt interessiert und nimmt seit 2003 an der Internationalen Tourismusbörse in Berlin teil. Deutsche stellen mit einem Anteil von 3 % jedoch nur einen Bruchteil der Touristen in Madagaskar. Die große Mehrheit kommt aus Frankreich.

Entwicklungszusammenarbeit

Madagaskar ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Deutschland ist für Madagaskar traditionell einer der wichtigsten Kooperationspartner. Der Schwerpunkt in der bilateralen Zusammenarbeit liegt in der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen, insbesondere im Umweltschutz und im Erhalt der einzigartigen Biodiversität Madagaskars. Beim Auf- und Ausbau des Netzes von Schutzgebieten ist die Nationalparkverwaltung ein wichtiger Partner. Begleitend dazu werden nichtstaatliche Einrichtungen, ländliche Basisorganisationen und der private Sektor gefördert.

Nach dem Putsch im März 2009 wurde die Kooperation im EZ-Bereich auf Regierungsebene bis zur Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen vorläufig eingestellt. In den drei Jahren nach Wiederaufnahme der Entwicklungszusammenarbeit Anfang 2015 ist das laufende Portfolio auf etwa 200 Millionen Euro angewachsen.

Die in Madagaskar aktiven deutschen Nichtregierungsorganisationen sind insbesondere die Deutsche Welthungerhilfe, Care Deutschland, das Deutsche Rote Kreuz und ADRA (Adventist Development and Relief Agency). Mit deutscher Finanzbeteiligung und Expertise wird seit 2006 auch eine Mikrokredit-Bank (Accès Banque) unterstützt. 

Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen zu Madagaskar sind von der Arbeit des Goethe-Zentrums "Cercle Germano-Malagasy" (CGM) und wissenschaftlichen Kontakten (Naturwissenschaften, Germanistik) geprägt. Das CGM sorgt mit ca. 900 Deutschschülern für die Verbreitung der deutschen Sprache und ist seit Jahrzehnten mit einem breit gefächerten Veranstaltungsangebot ein anerkannter und geschätzter Akteur im kulturellen Leben, vor allem der Hauptstadt Antananarivo, und eine wichtige Ergänzung zum nach wie vor starken französischen Einfluss auf die Kultur des Landes. Seit seinem Bestehen wird es aus dem Kulturhaushalt des Auswärtigen Amts gefördert. Insgesamt lernen etwa 30.400 Schülerinnen und Schüler Deutsch an privaten und öffentlichen Sekundarschulen. Zwei Gymnasien sind seit 2008 Partnerschulen der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" (PASCH).

Die größte staatliche Universität in Antananarivo verfügt über ein Germanistikinstitut, das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) durch ein Lektorat unterstützt wird. Darüber hinaus vergibt der DAAD Stipendien, vermittelt Praktikumsplätze und unterstützt die Studierenden beim Übergang in den Arbeitsmarkt.

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